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AVV – Auftragsverarbeitung dokumentieren

Ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) ist nach Art. 28 DSGVO Pflicht, sobald Sie einem Dienstleister erlauben, personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag zu verarbeiten. In der Praxis betrifft das fast jedes Unternehmen – meistens ohne dass es jemand merkt.

Ein AVV ist ein Vertrag zwischen Ihnen (dem Verantwortlichen) und einem Dienstleister (dem Auftragsverarbeiter), der regelt:

  • Welche Daten der Dienstleister verarbeiten darf
  • Zu welchem Zweck
  • Wie lange
  • Welche Sicherheitsmaßnahmen er einhalten muss
  • Welche Subunternehmer er einsetzen darf
  • Was bei einer Datenpanne passiert
  • Wann die Daten zurückgegeben oder gelöscht werden

Der AVV schützt Sie – wenn der Dienstleister Mist baut, können Sie die Verantwortung an ihn weiterreichen. Aber: Sie müssen den AVV haben, sonst sind beide Seiten in der Pflicht.

Pflicht ist ein AVV bei jedem Dienstleister, der echten Zugriff auf Ihre personenbezogenen Daten hat. Beispiele:

  • DATEV – verarbeitet Ihre Lohn- und Buchhaltungsdaten
  • Microsoft 365 / Google Workspace – speichert Ihre Mails, Dateien, Kalender
  • Salesforce / Pipedrive / HubSpot – CRM mit Kundendaten
  • Mailchimp / Brevo / ActiveCampaign – Newsletter-Tools
  • Hetzner / AWS / Strato – Hosting Ihrer Website
  • Zoom / Microsoft Teams – Videokonferenzen mit Aufzeichnungen
  • Externe IT-Dienstleister – wenn sie Zugriff auf Ihre Systeme haben
  • Reinigungsfirmen mit Zutritt zu Personalakten – ja, auch das

Keinen AVV brauchen Sie bei:

  • Banken (sind keine Auftragsverarbeiter, sondern selbst verantwortlich)
  • Steuerberatern (eigenes Berufsgeheimnis, nicht Auftragsverarbeitung)
  • Anwälten (eigenes Berufsgeheimnis)
  • Postdienstleistern für Briefe (DPD, DHL, Hermes – auch wenn das viele anders sehen)

In Hugo DSB öffnen Sie das Modul „Auftragsverarbeitung” in der linken Navigation. Sie sehen eine Liste aller AVV-Beziehungen, die Sie bisher angelegt haben.

Klicken Sie auf „Neue Auftragsverarbeitung anlegen”.

Hugo DSB hat eine Datenbank der häufigsten Auftragsverarbeiter mit vorgeprüften AVV-Vorlagen:

  • DATEV
  • Microsoft 365
  • Google Workspace
  • Salesforce
  • HubSpot
  • Brevo / Sendinblue
  • Mailchimp
  • AWS / Hetzner / Strato / IONOS
  • Zoom / Teams
  • DocuSign
  • Slack

Tippen Sie den Namen ein – wenn der Dienstleister in der Datenbank ist, erscheint er als Vorschlag. Klicken Sie ihn an, und Hugo DSB lädt automatisch:

  • den offiziellen AVV-Link des Dienstleisters
  • die typischen Subprozessoren
  • die typischen Drittlandtransfers
  • empfohlene Standardvertragsklauseln

Sie haben drei Optionen:

Option A: Online-AVV verlinken (empfohlen) Viele große Dienstleister (DATEV, Microsoft, Google) bieten ihren AVV als Web-Dokument an. Sie verlinken einfach die URL – das spart Speicherplatz und ist immer aktuell.

Option B: PDF hochladen Wenn Sie einen unterschriebenen AVV als PDF haben, laden Sie ihn hoch. Hugo DSB speichert ihn verschlüsselt und versioniert.

Option C: Hugo-Vorlage nutzen Für kleinere Dienstleister (z. B. Ihre regionale IT-Firma), die keinen eigenen AVV haben, generiert Hugo DSB einen aus der Mustervorlage des BfDI. Sie passen Firma, Anschrift und Datenkategorien an, drucken aus, beide unterschreiben.

AVV-Formular mit Dienstleister-Auswahl

Hugo DSB fragt Sie: „Welche Verarbeitungen aus Ihrem VVT sind betroffen?” Sie wählen aus der Liste – und ab sofort sind beide Module verknüpft. Wenn Sie später jemanden einladen, das VVT zu prüfen, sieht er sofort, welche AVV zu welcher Verarbeitung gehört.

Manche AVVs haben Laufzeiten oder müssen jährlich überprüft werden. Hugo DSB setzt automatisch eine Erinnerung für ein Jahr nach Anlage. Sie bekommen dann eine Mail: „Ist dieser AVV noch aktuell? Hat sich beim Dienstleister etwas geändert?”

„Ich habe keinen AVV mit Microsoft – ist das schlimm?” Microsoft schließt den AVV automatisch über die Online Services Terms, wenn Sie ein kostenpflichtiges Microsoft-365-Abo haben. Sie müssen den AVV nur einmal akzeptieren und das Datum dokumentieren.

„Wie viele AVVs hat ein typisches KMU?” Erfahrungsgemäß zwischen 8 und 20. Sie wären überrascht, wie viele Dienstleister Sie haben.

„Was, wenn ein Dienstleister keinen AVV anbietet?” Dann sollten Sie ihn nicht nutzen. Wenn das nicht geht (weil keine Alternative existiert), nutzen Sie unsere Mustervorlage und versuchen, ihn zur Unterschrift zu bewegen. Wenn er sich weigert, dokumentieren Sie das – und suchen mittelfristig einen Ersatz.

„Ein US-Dienstleister – was ist mit Schrems II?” Bei US-Anbietern brauchen Sie zusätzlich die Standardvertragsklauseln (SCCs) und ein Transfer Impact Assessment (TIA). Beides ist im Hugo DSB Professional-Tarif als Modul enthalten.

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