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Anruf-Drill machen

Sie haben eine Mail mit dem Betreff „Sicherheitsübung: 4 Minuten“ bekommen? Dann ist hier in zwei Minuten erklärt, was Sie erwartet.

Kurz vorweg, weil das die häufigste Sorge ist: Es ruft Sie niemand an. Die Übung läuft vollständig im Browser. Ihr Telefon bleibt still, Ihre Nummer wird nicht gebraucht.

Es öffnet sich eine Seite mit dem Namen Ihrer Firma und einem kurzen Hinweis, worum es geht. Nichts startet von allein — der Ton beginnt erst, wenn Sie auf Übung starten klicken.

Danach klingelt es auf dem Bildschirm. Sie sehen, wer angeblich anruft — zum Beispiel „Geschäftsführung“ — und können annehmen oder ablehnen. Beides ist erlaubt; die Übung läuft danach weiter, denn im echten Leben rufen solche Leute ein zweites Mal an.

Dann hören Sie das Gespräch. Nach jedem Abschnitt fragt die Seite: Wie reagieren Sie? Zwei bis vier Antworten stehen zur Auswahl. Sie entscheiden, die Szene reagiert darauf. Nach zwei bis drei Entscheidungen ist die Übung vorbei.

Am Ende kommt die Auflösung: Ihr Ergebnis, jede Ihrer Entscheidungen mit einer kurzen Erklärung, der Weg, der sicher gewesen wäre, und die Warnsignale, an denen Sie den Anruf hätten erkennen können.

Insgesamt dauert das etwa vier Minuten.

  • Ihr Mikrofon bleibt aus. Die Seite fragt es gar nicht erst an. Sie müssen nichts sagen und nichts einsprechen — Sie klicken nur.
  • Nichts wird aufgezeichnet. Weder Ihre Stimme noch Ihr Bild, weder Ton noch Video.
  • Es wird keine Telefonnummer verarbeitet, weder Ihre dienstliche noch Ihre private.
  • Die Stimme, die Sie hören, ist künstlich erzeugt. Sie gehört keiner echten Person aus Ihrem Unternehmen. Niemand hat dafür etwas eingesprochen. Der Hinweis darauf steht auch in der Übung selbst — vor dem Start, während des Gesprächs und in der Auflösung.

Gespeichert wird also: welche Antworten Sie angeklickt haben, wann, und die Punktzahl, die sich daraus ergibt. Sonst nichts.

Es läuft kein Countdown. Sie können bei einer Frage sitzen bleiben, so lange Sie wollen, zurückspulen, den Ton anhalten und noch einmal abspielen.

Das ist Absicht. Der Druck in der Übung soll aus der Szene kommen — aus dem, was die Stimme sagt —, nicht aus einem ablaufenden Zeitbalken. Eine Uhr würde messen, wer schnell klickt. Gemessen werden soll, wer richtig entscheidet.

Sie können die Übung auch abbrechen und schließen. Das ergibt dann kein Ergebnis — und ausdrücklich nicht null Punkte. Ein Abbruch zählt nicht als Durchfallen.

Alles ist mit der Tastatur erreichbar:

  • Mit Tab springen Sie von Schaltfläche zu Schaltfläche, mit Enter oder Leertaste lösen Sie sie aus.
  • Bei den Antworten geht es schneller: Die Tasten 1 bis 4 wählen direkt die Antwort mit der entsprechenden Nummer. Die Nummer steht links neben jeder Antwort.

Die Übung funktioniert auch am Handy im Browser. Eine App brauchen Sie nicht.

Untertitel sind von Anfang an eingeschaltet. Alles, was gesprochen wird, steht zugleich als Text auf dem Bildschirm. Sie können sie unten abschalten, wenn Sie lieber nur zuhören.

Falls der Ton bei Ihnen gar nicht lädt — kein Lautsprecher, blockierte Wiedergabe, schlechtes Netz —, läuft die Übung einfach als Text weiter. Inhaltlich ändert sich dadurch nichts, und Sie verpassen nichts.

Das ist der Teil, der zählt:

  • Ihre Vorgesetzten bekommen keine Meldung. Nicht bei einem schlechten Ergebnis, nicht bei einem guten, nicht bei einem Abbruch.
  • Es gibt keine arbeitsrechtlichen Folgen. Kein Personalgespräch, keine Abmahnung, kein Vermerk in der Akte. Wer nicht besteht, bekommt allenfalls eine weitere kurze Schulung angeboten — mehr nicht.
  • Auswertungen gibt es nur in Gruppen ab fünf Personen. Bei weniger zeigt die Plattform „—“ statt einer Zahl. Sonst wäre ein Abteilungsschnitt eine Auskunft über Einzelne.
  • Ihre eigenen Ergebnisse sehen Sie selbst — unter Mein Stand in der Plattform. Das ist zugleich Ihre Auskunft nach Art. 15 DSGVO. Niemand sonst sieht diese Ansicht.
  • Nach zwölf Monaten wird alles gelöscht, inklusive Punktzahl. Übrig bleibt nur eine Zahl über die gesamte Gruppe, in der niemand mehr vorkommt.

Und falls es doch passiert, dass Sie hereinfallen: Diese Anrufe sind darauf gebaut, dass man in der Sekunde nicht nachdenkt. Genau deshalb üben wir sie. Ein schlechtes Ergebnis in einer Übung ist kein Vorwurf, sondern der Sinn der Sache.

Dafür ist das Ganze da. Drei Schritte, die im Ernstfall reichen:

  1. Auflegen. Höflich, aber ohne Diskussion. Sie schulden niemandem eine Begründung dafür, dass Sie einen Vorgang prüfen wollen.
  2. Zurückrufen — aber nur unter einer Nummer, die Sie selbst kennen. Aus dem Telefonverzeichnis, aus dem Vertrag, von der Rückseite der Bankkarte. Nie unter der Nummer, die im Anruf oder in der Mail genannt wurde. Genau dort sitzt sonst wieder derselbe Anrufer.
  3. Melden. An Ihre IT oder Ihren Datenschutzbeauftragten, auch wenn Sie sich nicht sicher sind. Eine Meldung, die sich als Fehlalarm herausstellt, kostet fünf Minuten. Eine Überweisung, die niemand gemeldet hat, kostet mehr.

Und noch etwas, das im Alltag wichtiger ist als jede Technik: Dringlichkeit plus Geheimhaltung ist das Warnsignal. Wer Sie drängt und Sie gleichzeitig bittet, niemanden zu fragen, hat einen Grund dafür — und es ist selten ein guter.

Muss ich die Übung machen? Das entscheidet Ihre Firma. Fragen Sie im Zweifel die Person, die Sie eingeladen hat — sie steht in der Einladungsmail.

Kann ich die Übung noch einmal machen? Nein. Der Link führt danach zur Auflösung, die Sie beliebig oft ansehen können. Ein zweiter Durchgang würde nichts mehr messen, weil Sie die Antworten dann kennen.

Der Link funktioniert nicht mehr. Ein Übungs-Link ist 30 Tage gültig, danach läuft er ab. Melden Sie sich bei der Person, die Sie eingeladen hat.

Ich habe mitten in der Übung abgebrochen. Ist das schlimm? Nein. Ein Abbruch ergibt kein Ergebnis und wird nicht als schlechtes Ergebnis gewertet.

Woher weiß ich, dass die Einladungsmail selbst echt ist? Die Einladung ist bewusst keine Fälschung: Sie kommt von Ihrer Organisation, kündigt die Übung offen an und verlangt keine Anmeldedaten. Wenn Sie trotzdem unsicher sind, fragen Sie kurz bei Ihrer IT nach — das ist genau das Verhalten, das die Übung trainiert.