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Sicherheitsprofil

Wer als Zulieferer arbeitet, kennt den Vorgang: Der Einkauf eines Auftraggebers schickt einen Sicherheitsfragebogen, drei Wochen später schickt ein anderer Auftraggeber einen ähnlichen, und beide fragen im Kern dasselbe — wer bei Ihnen für Datenschutz zuständig ist, ob Sie ein Zertifikat haben, wie Sie eine Datenpanne melden, ob Ihre Beschäftigten geschult werden.

Das Sicherheitsprofil beantwortet diese Fragen einmal, an einer Adresse, aus den Daten, die Sie ohnehin in der Plattform pflegen. Sie entscheiden, wer es sehen darf.

WasAdresse
EditorAnwendung unter Lieferkette → Sicherheitsprofil (app.fraghugo.de/shield/profil)
Öffentliche Seiteapp.fraghugo.de/profil/<adresse>
Maschinenlesbarapp.fraghugo.de/profil/<adresse>/json

Die Adresse ist die Kurzbezeichnung Ihrer Organisation — dieselbe, die auch Ihr Meldeportal verwendet. Sie lässt sich im Editor ändern, solange sie nicht schon vergeben ist.

Das Profil gehört zum Bereich Lieferkette, ist aber nicht an Hugo Shield gebunden: Auch wer nur die Datenschutz-Suite oder Hugo ISMS gebucht hat, ist Zulieferer eines anderen Unternehmens. Verfügbar ist es ab Datenschutz-Suite Standard, in jeder ISMS-Stufe, in Hugo Shield ab Premium sowie mit Hugo KI, Hugo NIS2 Basis und Hugo Hersteller.

Das Profil erfindet nichts. Es liest einen Faktenbestand: kurze, einzeln belegte Aussagen, die aus Ihren bereits gepflegten Modulen entstehen.

QuelleWas daraus wird
TOMs„Zugriffskontrolle: Mehr-Faktor-Anmeldung für alle Administratorkonten” — Titel und Kurztext je Maßnahme
VerarbeitungsverzeichnisZwecke und Datenkategorien als Übersicht, ohne Betroffene und ohne Inhalte
AuftragsverarbeiterName, Leistung und ob ein Drittland betroffen ist
LöschkonzeptAufbewahrungs- und Löschfristen je Datenart
ISMS-Richtliniennur die Titel der in Kraft gesetzten Richtlinien
ISMS-MaßnahmenUmsetzungsstand je Maßnahme
ZertifikateNorm, Aussteller, Geltungsbereich, Gültigkeit
SchulungsnachweisSchulungsquote und Meldequote aus Simulationen
KI-Registereingesetzte KI-Systeme mit Risikoeinstufung
ProduktregisterUnterstützungszeitraum und Meldeseite für Schwachstellen
Website-PrüfungDatum und Ergebnis der letzten Prüfung

Der Faktenbestand wird nächtlich um 02:40 UTC neu gebaut. Wer nicht bis zum nächsten Morgen warten will, drückt im Editor „Fakten aktualisieren” — das geht einmal je fünf Minuten, weil sich die zugrunde liegenden Module nicht schneller ändern.

Zwei Regeln, die man kennen sollte, weil sie erklären, warum eine Angabe nicht im Profil auftaucht:

  • Eine Maßnahme im Zustand „noch nicht bewertet” erzeugt keine Aussage. Sie würde im Fragebogen als „haben wir nicht” gelesen — und das ist etwas anderes als „haben wir noch nicht angesehen”. Bewerten Sie die Maßnahme, dann erscheint sie.
  • Wo eine Prüfung eine Selbsteinschätzung korrigiert hat, gilt die Korrektur. Hat Ihre Betreuung einen Reifegrad heruntergestuft, geht dieser Wert ins Profil, nicht die ursprüngliche Selbsteinschätzung. Andernfalls stünde in einem Dokument, das an Ihre Auftraggeber geht, ein Wert, dem in der Plattform bereits widersprochen wurde.
StufeWer sieht das ProfilIn Suchmaschinen
Privatniemand — auch nicht, wer die Adresse kenntnein
Nur mit Linkwer den vollständigen Link hat; die Adresse trägt dafür einen unerratbaren Zusatz (?t=…)nein
Nach Nachweiswer seine E-Mail-Adresse angibt und den Code eingibtnein
Öffentlichalleja

So läuft die Stufe „Nach Nachweis” ab: Die Prüferin trägt ihre dienstliche Adresse ein und erhält per Mail einen sechsstelligen Code, der 15 Minuten gilt. Nach der Eingabe ist das Profil sieben Tage für sie geöffnet. Jeder Zugriff wird protokolliert, im Editor einsehbar. Gegen Ausprobieren: sechs Fehlversuche sperren die Adresse für eine Stunde, und je Adresse werden höchstens fünf Codes am Tag verschickt.

Beim Umstellen auf öffentlich verschickt die Anwendung eine Bestätigung an die Administration Ihrer Organisation, damit eine Veröffentlichung nicht unbemerkt geschieht.

Jeder Block lässt sich einzeln zuschalten. Nichts erscheint, was Sie nicht ausgewählt haben.

BlockInhalt
Ansprechpartnerwer bei Sicherheits- und Datenschutzfragen erreichbar ist
Zertifikate und Nachweisegetrennt nach unabhängigen Stellen und eigenen Nachweisen
Schulung und AwarenessSchulungsquote und Meldequote — mit Einschränkung, siehe unten
Technische und organisatorische Maßnahmennur die von Ihnen ausgewählten, mit Titel und Kurztext
Richtlinien in Kraftnur die Titel — der Inhalt bleibt bei Ihnen
Eingesetzte AuftragsverarbeiterName, Leistung, ob ein Drittland betroffen ist
Melde- und Notfallprozesswie ein Vorfall bei Ihnen gemeldet und bearbeitet wird
Verfügbarkeit und ErreichbarkeitBetreuungszeiten, Reaktionszeiten, Wartungsfenster
Meldeseite für SchwachstellenVerweis auf Ihre Meldeseite aus Hugo Hersteller

Von Richtlinien erscheint ausschließlich der Titel. Eine Richtlinie ist ein internes Dokument; dass sie existiert und in Kraft ist, beantwortet die Frage des Auftraggebers — ihr Wortlaut geht ihn nichts an.

Zertifikate und eigene Nachweise stehen in zwei Blöcken

Abschnitt betitelt „Zertifikate und eigene Nachweise stehen in zwei Blöcken“

Zu jedem Zertifikat erfassen Sie Art, Aussteller, Geltungsbereich und Gültigkeitszeitraum. Ein abgelaufenes Zertifikat verschwindet automatisch von der öffentlichen Seite — es muss niemand daran denken. Im Editor bleibt es sichtbar und amber markiert, und 60 Tage vor Ablauf erinnert eine Mail.

Schulungsquote und Meldequote erscheinen auf der öffentlichen Seite nur, wenn Ihre Organisation mindestens 25 Beschäftigte hat. Darunter steht dort der Grund, nicht die Zahl.

Zwei weitere Punkte gehören vor die Veröffentlichung von Kennzahlen:

  • Die Veröffentlichung ist ein anderer Zweck als die Awareness-Messung. Erhoben wurden die Daten, um Schulungsbedarf zu erkennen. Sie an Dritte zu geben, ist eine Zweckänderung und an Art. 6 Abs. 4 DSGVO zu messen.
  • Eine bestehende Betriebsvereinbarung deckt das regelmäßig nicht. Betriebsvereinbarungen zu Schulung und Simulation nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG regeln die interne Auswertung. Die Weitergabe aggregierter Verhaltensdaten an Auftraggeber ist ein eigener Vorgang — klären Sie ihn vorher mit dem Betriebs- oder Personalrat.

Sind Sie unsicher, lassen Sie den Block einfach aus. Das Profil ist auch ohne ihn vollständig genug für die meisten Fragebögen.

Empfohlen ist die Funktionsadresse, also datenschutz@ihre-domain.de statt einer Person. Zwei Gründe:

  • Art. 37 Abs. 7 DSGVO verlangt, die Kontaktdaten der oder des Datenschutzbeauftragten zu veröffentlichen und der Aufsichtsbehörde mitzuteilen — nicht den Namen. Die Vorschrift spricht ausschließlich von Kontaktdaten.
  • Eine Adresse überlebt einen Personalwechsel. Ein Name auf einer öffentlichen Seite wird zur Altlast, sobald die Person das Haus verlässt.

Ein Kontakt erscheint erst, wenn Sie im Editor das Häkchen setzen, dass die Veröffentlichung dieser Angaben innerhalb Ihrer Organisation abgestimmt ist. Ohne Häkchen bleibt der Eintrag im Editor stehen, aber die öffentliche Seite zeigt ihn nicht.

app.fraghugo.de/profil/<adresse>/json liefert dieselben Angaben strukturiert, damit die Prüfsoftware des Auftraggebers sie ohne Abtippen übernehmen kann.

  • Format: JSON-LD mit dem schema.org-Typ Organization, ergänzt um einen eigenen Namensraum für alles, wofür schema.org nichts vorsieht — Maßnahmen, Richtlinien, Auftragsverarbeiter, Kennzahlen, Prozesse, Verfügbarkeit, Meldeseite.
  • Zertifikate erscheinen als EducationalOccupationalCredential; ist ein Aussteller erfasst, steht er als recognizedBy daran.
  • Die Antwort trägt die Felder hugo:stand (Datum), hugo:erzeugt („automatisch aus dem Compliance-System”) und hugo:istSelbstauskunft mit dem Wert true. Der letzte Punkt ist Absicht: Auch eine Maschine soll erkennen, dass sie eine Selbstauskunft liest.
  • Die Antwort wird eine Stunde zwischengespeichert.
  • Ein verschlossenes Profil gibt maschinenlesbar nichts heraus — es gilt dieselbe Regel wie oben, dieselbe Antwort für „privat”, „gibt es nicht” und „falscher Schlüssel”.