Shop-Check

Wenn Hugo auf Ihrer Website einen Online-Shop erkennt, prüft er zusätzlich zu den DSGVO-Checks vier Punkte, die für den Verkauf an Verbraucher gelten. Sie erscheinen im Scan-Ergebnis als eigene Kategorie „Shop & Werbung” mit einem eigenen Shop-Score von 0 bis 100.
Der Shop-Score steht neben dem DSGVO-Score und fließt nicht in ihn ein. So bleibt Ihr Datenschutz-Wert über die Zeit vergleichbar, auch wenn die Shop-Prüfung dazukommt.
Was geprüft wird
Abschnitt betitelt „Was geprüft wird“| Prüfpunkt | Rechtsgrund | Gilt ab |
|---|---|---|
| EU-Gewährleistungslabel | Art. 246a § 1 Abs. 1 S. 1 Nr. 11 EGBGB in Verbindung mit Anhang I der Durchführungsverordnung (EU) 2025/1960 | 27.09.2026, keine Übergangsfrist |
| Umweltaussagen | Anhang zu § 3 Abs. 3 UWG Nr. 2a, 4a, 4b, 4c, 10a in der ab dem 27.09.2026 geltenden Fassung | 27.09.2026 |
| Produktsicherheitsangaben | Art. 19 Buchst. a–d der Verordnung (EU) 2023/988 | seit 13.12.2024 |
| KI-Hinweis am Chat-Fenster | Art. 50 Abs. 1 der Verordnung (EU) 2024/1689 | seit 02.08.2026 |
1. EU-Gewährleistungslabel
Abschnitt betitelt „1. EU-Gewährleistungslabel“Ab dem 27.09.2026 müssen Sie beim Verkauf von Waren an Verbraucher ein einheitliches Label zur gesetzlichen Gewährleistung anzeigen. Rechtsgrund ist Art. 246a § 1 Abs. 1 S. 1 Nr. 11 EGBGB — das Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch, in dem die Informationspflichten im Fernabsatz stehen — in Verbindung mit Anhang I der Durchführungsverordnung (EU) 2025/1960, die das Label grafisch vorgibt. Eine Übergangsfrist gibt es nicht.
Für reine Dienstleistungen und digitale Inhalte schulden Sie nur einen Hinweis auf die gesetzliche Gewährleistung, kein Label.
Hugo sucht das Label mehrgleisig: als Bild (über alt, src und title), als sichtbaren Textblock
in der Nähe von Preis und Kaufbutton, über aria-label sowie über die CSS-Klassen der bekannten
Shop-Plugins. Der Scan prüft dabei die Produktseite, nicht den Bestellvorgang — der Warenkorb
und die Kasse werden nicht durchlaufen.
Bewertung: vor dem Stichtag gilt ein fehlendes Label als Hinweis (gelb, „ab 27.09.2026 Pflicht”), ab dem Stichtag als Fehler (rot). Erkennt Hugo einen B2B-Shop — etwa an Netto-Preisen oder am Hinweis „nur für Gewerbetreibende” —, wird der Punkt nur zur Information angezeigt.
2. Umweltaussagen
Abschnitt betitelt „2. Umweltaussagen“Ab dem 27.09.2026 sind bestimmte Werbeaussagen zur Umwelt in jedem Fall unzulässig. Grundlage ist der Anhang zu § 3 Abs. 3 UWG — das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb — dort die Nummern 2a, 4a, 4b, 4c und 10a in der ab dem 27.09.2026 geltenden Fassung (Drittes Gesetz zur Änderung des UWG vom 12.02.2026, BGBl. 2026 I Nr. 43).
Hugo geht in zwei Schritten vor. Zuerst sucht er im sichtbaren Text nach Begriffen wie
„klimaneutral”, „nachhaltig”, „umweltfreundlich” oder „CO₂-neutral” — auf der Startseite, den
Kategorieseiten, den Produktseiten und auf Seiten wie /nachhaltigkeit. Danach ordnet die KI jeden
Fund im Umfeld von rund 240 Zeichen ein:
- unzulässig — die Aussage fällt unter die genannten Verbotstatbestände (rot)
- belegpflichtig — die Aussage ist erlaubt, wenn Sie den Nachweis erbringen; ein Nachweis war auf der Seite nicht in Reichweite (gelb)
- unkritisch — kein Befund
Ein selbst gestaltetes Nachhaltigkeitssiegel ohne erkennbares Zertifizierungssystem wird als belegpflichtig eingestuft.
Zukunftsversprechen wie „bis 2030 klimaneutral” fallen nicht unter diese Liste. Fehlt dafür ein detaillierter, überprüfbarer Plan, ist der Maßstab § 5 Abs. 3 Nr. 4 UWG — Hugo weist solche Aussagen deshalb gesondert aus.
3. Produktsicherheitsangaben (GPSR)
Abschnitt betitelt „3. Produktsicherheitsangaben (GPSR)“Seit dem 13.12.2024 gilt die EU-Produktsicherheitsverordnung, kurz GPSR nach ihrem englischen Namen General Product Safety Regulation. Art. 19 Buchst. a–d der Verordnung (EU) 2023/988 verlangt auf der Produktseite:
- Name beziehungsweise Firma, Postanschrift und elektronische Adresse des Herstellers
- bei Herstellern außerhalb der EU zusätzlich die verantwortliche Person in der EU
- die Produktidentifikation — Typ, Charge oder Seriennummer sowie eine Abbildung
- Warnhinweise und Sicherheitsinformationen in deutscher Sprache, soweit erforderlich
Hugo liest diese Angaben aus dem Seitentext und aus den strukturierten Daten (schema.org Product,
Offer, brand, manufacturer) und meldet je Produktseite, welche der vier Angaben er nicht
gefunden hat.
4. KI-Hinweis am Chat-Fenster
Abschnitt betitelt „4. KI-Hinweis am Chat-Fenster“Seit dem 02.08.2026 gilt Art. 50 Abs. 1 der Verordnung (EU) 2024/1689: Menschen müssen erfahren, dass sie mit einem KI-System sprechen, sofern das nicht ohnehin offensichtlich ist. Absatz 1 richtet sich an den Anbieter des KI-Systems. Für Falschaussagen des Bots haftet dagegen der Betreiber der Website (OLG Hamm, Urteil vom 12.05.2026, 4 UKl 3/25) — beides ist ein Grund, den Hinweis sichtbar zu setzen.
Hugo erkennt gängige Chat-Widgets, öffnet das Fenster und prüft den Begrüßungstext auf einen Hinweis wie „KI”, „künstliche Intelligenz”, „virtueller Assistent” oder „automatisiert”. Lässt sich das Widget nicht öffnen, meldet Hugo „nicht prüfbar” statt eines Fehlers.
Wie der Scanner Produktseiten findet
Abschnitt betitelt „Wie der Scanner Produktseiten findet“Bevor geprüft wird, sucht Hugo Ihre Produktseiten — in dieser Reihenfolge:
- Sitemap —
/sitemap.xmlund, falls vorhanden, eine gesonderte Produkt-Sitemap. - Strukturierte Daten — Produktlisten nach schema.org (
ItemList), wie sie die meisten Shop-Systeme ausliefern. - Links im Seitenquelltext, deren Adresse auf eine Produktseite hindeutet — etwa
/produkt/,/product/,/products/,/p/,/artikel/oder/detail/. - Kategorieseiten, denen Hugo bis zu zwei Ebenen tief folgt.
Aus den Kandidaten wählt Hugo die Seiten aus, die tatsächlich wie Produktseiten aussehen: Preis, Kaufbutton und Produktdaten. Wie viele Seiten geprüft werden, hängt vom Tarif ab:
| Tarif | Produktseiten je Scan |
|---|---|
| Kostenlos | 8 |
| Pro | 25 |
| Agentur | 100 |
Die Grenze ist eine Frage der Laufzeit, nicht des Funktionsumfangs: Alle vier Prüfpunkte sind in jedem Tarif vollständig sichtbar. Nur die Fix-Anleitungen — die konkreten Schritte je Shop-System — gibt es ab Pro.
Eigene Produkt-URLs hinterlegen (Pro)
Abschnitt betitelt „Eigene Produkt-URLs hinterlegen (Pro)“Manche Shops verstecken ihre Produktseiten hinter Filtern, Endlos-Scroll oder einer Suche. Dann findet Hugo nichts Verwertbares und meldet „Produktseiten nicht automatisch auffindbar”.
Als Pro-Kunde geben Sie deshalb bis zu fünf Beispiel-URLs von Hand vor:
- Öffnen Sie Website & IT-Sicherheit → Scan-Übersicht und dort die Einstellungen der Domain.
- Tragen Sie unter Produkt-URLs je Zeile eine vollständige Adresse ein, zum Beispiel
https://www.ihr-shop.de/produkt/kaffeemuehle-classic. - Speichern.
Der nächste Scan prüft bevorzugt diese Seiten und füllt erst danach mit automatisch gefundenen Seiten auf. Wählen Sie Beispiele, die repräsentativ sind — je eine Seite aus verschiedenen Kategorien sagt mehr aus als fünf Varianten desselben Artikels.
Was „nicht prüfbar” heißt
Abschnitt betitelt „Was „nicht prüfbar” heißt“„Nicht prüfbar” ist kein Fehler und kein Freispruch, sondern ein ehrliches „konnte ich nicht sehen”. Es gibt drei Gründe:
| Grund | Was Sie tun können |
|---|---|
| Die Seite ließ sich nicht laden — Zeitüberschreitung, Serverfehler, Sperre für automatische Zugriffe | Seite im Browser aufrufen und prüfen, ob sie zuverlässig lädt. Sperrt eine Firewall oder ein Bot-Schutz den Scanner aus, lassen Sie die Hugo-Adressen zu und starten den Scan erneut. |
| Ein Consent-Banner blockiert die Seite — der Inhalt liegt hinter einer Einwilligungsschicht, die sich nicht schließen ließ | Prüfen Sie, ob sich Ihr Banner ohne Zustimmung schließen lässt. Bleibt es hart, hinterlegen Sie Produkt-URLs (Pro) und prüfen die betroffenen Punkte einmal von Hand. |
| Die KI war nicht erreichbar — die Einordnung der Umweltaussagen und der Produktsicherheitsangaben braucht sie | Der Scan bricht deswegen nicht ab: Sie bekommen das heuristische Ergebnis als Hinweis (gelb). Ein erneuter Scan liefert in aller Regel die vollständige Einordnung. |
Betrifft „nicht prüfbar” einzelne Seiten, steht in den Details, welche das waren.
Wie das Monitoring alarmiert
Abschnitt betitelt „Wie das Monitoring alarmiert“Wenn Sie Monitoring für eine Domain aktiviert haben (ab Pro), vergleicht Hugo bei jedem automatischen Scan auch die Shop-Kategorie mit dem Vorlauf.
- Alarmtyp
shop_regression— verschlechtert sich einer der vier Prüfpunkte, geht eine Mail an die hinterlegten Empfänger. Typischer Betreff: „Shop-Prüfung: ihr-shop.de — Gewährleistungslabel fehlt auf 3 Seiten.” Damit fällt auf, wenn ein Theme-Update das Label aus der Produktseite wirft oder das Marketing eine neue Umweltaussage ergänzt. - Einmalige Stichtags-Mail am 27.09.2026 — an alle überwachten Domains, bei denen ein Shop erkannt wurde und das Gewährleistungslabel an diesem Tag noch nicht auf allen geprüften Seiten steht. Die Mail geht nur bei Befund raus; wer sauber ist, hört nichts. Sie wird genau einmal verschickt.
Grenzen
Abschnitt betitelt „Grenzen“- Kein Bestellvorgang. Hugo legt nichts in den Warenkorb und durchläuft die Kasse nicht. Pflichtangaben, die erst im Checkout oder in der Bestellbestätigung erscheinen, sieht er nicht.
- Keine Sektor-Ausnahmen. Lebensmittel, Arzneimittel, Medizinprodukte, Antiquitäten oder reparaturbedürftige Waren folgen eigenen Regeln. Hugo erkennt das nicht und meldet die allgemeinen Pflichten. Prüfen Sie solche Befunde von Hand.
- Keine Marktplatz-Angebote. Geprüft wird ausschließlich Ihr eigener Shop unter Ihrer Domain. Was Sie über Amazon, eBay, Otto oder Etsy verkaufen, bleibt außen vor — obwohl die Pflichten dort ebenso gelten.
- Keine Rechtsberatung. Der Scan ist eine technische Momentaufnahme öffentlich sichtbarer Merkmale. Er bewertet keine Einzelfälle und trifft keine juristische Aussage über Ihr Angebot.
Häufige Fragen
Abschnitt betitelt „Häufige Fragen“Warum sieht mein Shop keinen Shop-Score? Weil Hugo Ihre Seite nicht als Shop erkannt hat. Die Erkennung greift erst ab einer Konfidenz von 0,5: Ohne Warenkorb, Kaufbutton und Produktdaten gilt die Seite nicht als Shop, und die vier Prüfpunkte werden übersprungen — Sie sehen dann nur den Hinweis „Kein Online-Shop erkannt”. Das ist Absicht, damit Firmen-Websites keine Fehlalarme bekommen. Halten Sie das für ein Fehlurteil, melden Sie es uns bitte über das Feedback im Scan-Ergebnis; wir sehen uns die Domain an.
Beeinflusst der Shop-Score meinen DSGVO-Score? Nein. Die Shop-Prüfpunkte haben im DSGVO-Gesamtscore das Gewicht null. Beide Werte stehen nebeneinander.
Ich verkaufe nur Dienstleistungen. Brauche ich das Label? Nein. Das Label ist beim Verkauf von Waren an Verbraucher Pflicht. Für reine Dienstleistungen und digitale Inhalte genügt ein Hinweis auf die gesetzliche Gewährleistung ohne Label.
Mein Shop richtet sich nur an Gewerbetreibende. Was passiert dann? Erkennt Hugo Anzeichen für einen B2B-Shop — Netto-Preise, ein Hinweis auf Gewerbetreibende, eine Anmeldepflicht vor dem Preis —, zeigt er das Gewährleistungslabel nur als Information ohne Bewertung an. Sicher unterscheiden kann er B2B und B2C nicht.
Wie lange dauert ein Scan mit Shop-Prüfung? Im kostenlosen Tarif kommen rund 40 Sekunden dazu, bei Pro bis zu anderthalb Minuten — je nachdem, wie viele Produktseiten geprüft werden und wie schnell Ihr Shop antwortet.
Kann ich das Ergebnis weitergeben? Ja. Der PDF-Bericht enthält einen eigenen Abschnitt „Shop & Werbung” mit dem Shop-Score und einer Tabelle aller geprüften Produktseiten — geeignet für die Agentur, die Ihren Shop betreut, oder für die Geschäftsführung.
Wo bekomme ich die Anleitungen zum Beheben? Ab dem Pro-Tarif steht unter jedem Befund eine Anleitung für Ihr Shop-System — Shopware, Shopify, WooCommerce, JTL und andere — samt Textbausteinen für das Label, den Herstellerblock und den KI-Hinweis am Chat.